Sonntag, 7. September 2008

Puffbohnen ziehen aus in die Welt

Nachdem alle Erfurt wieder "Hallo" gesagt haben, hat es nun viele endgültig in die große weite Welt verschlagen...

Die letzten Nachzügler sind noch da, aber auch wir werden nicht mehr lange bleiben und dann auch der Stadt in Thüringen den Rücken kehren. Alle ziehen aus in die Welt oder auch nur zum nächsten Master-Studiengang in good old Germany.

Was uns betrifft, die wir im Ausland waren kommen wir für ncoh ein weiteres Semester zurück um dann zu entscheiden wohin es uns ziehen mag.

Ich mach hier in Berlin noch weiter mein PR-Praktikum um dann noch ein weiteres Semester in Erfurt fleißig zu Ende zu studieren bis es mich wieder in die Großstadt verschlägt.
Die Welle der Praktika hat auch uns ergriffen und ich bin gespannt was alle berichten, die wieder zurück kommen.

Was kann man wohl alles mit einem Staatswissenschaften Bachelor machen?? Es bleibt abzuwarten

Donnerstag, 17. Januar 2008

china

Mal wieder Zeit fuer ein kleines Update...
Mittlerweile haben wir heil und munter japan verlassen, mit dem flugzeug, und sind in peking angekommen. der flug war uebrigens der sanfteste den ich je hatte, ohne auch nur den anflug von ohrenweh, sehr beeindruckend.
jetzt sind wir schon ein paar tage in peking und nach anfaenglichem umgewoehnen ist es jetzt eigentlich ganz cool, wenn auch wirklich -9 grad und heute hatts auch noch angefangen zu schneien. es ist alles derbe viel billiger in china, wir essen hier gut so zwischen 6 und 9 euros fuer zwei, obwohl bestellen immer ne lustige misschung aus raten, woerter ausprobieren und richtigem chinesisch ist. aber die cinesen sind schon recht geduldig und versuchen heraus zu bekommen was wir wollen, dadurch koennen wir hier gut in den einheimischen restaurants essen. heute gabs nen eintopf mit nem ganzen wels drinnen, den er vor uns aus dem bassin gezogen hat, fuer geschlagene 5,80 euro, war gut und reichlich. demnaechst wollen wir dann auch nochmal peking ente essen gehen.
ansonsten muss man nen bisschen aufpassen weil einem staendig leute was verkaufen wollen und man schon echt uebers ohr gezogen werden kann, aber wir sind auf der hut. dadurch dass es so kalt ist gibt es auch so gut wie keine touristen hier und man muss nicht anstehen. die leute koennen auch so gut wie kein einglisch, es sei denn in den extra fuer touristen bestehenden einrichtungen und restaurants, trotz der anstehenden olympiade aber wenigstens hat sie unmengen von neuen schildern gebracht, manche mehr andere weniger hilfreich. allerdings ist transportation ein riesen problem, denn es gibt an den busstationen nur chinesische zeichen und die ubahn is auch absolut auslaender feindlich, man faehrt so ein bisschen nach intuition und das hostel hilft einem sehr.
allerdings gibt es sowas wie buslinien netze nicht oder abfahrtsskizzen oder andere plaene aller art.
auch war anfangs ein kleiner schock, dass chinesen nicht sehr viel reden, jedenfalls nicht mit uns. Als wir im chinesischen fastfood waren, hat die kassiererin uns bedient ohne auch nur einmal ein wort zu sagen. alle anderen nationen haben uns vorher einfach in ihrer sprache zugequatscht, und man hat immer eine begruessung und eine verabschiedung bekommen, worauf die chinesen wohl keinen wert legen. aber wir gewoehnen uns langsam daran und sind freundlich bis jetzt is uns auch noch nix passiert, nich mal nen boeses wort. allerdings starren uns auch hier die leute natuerlich an, aber nach vier monaten faellt das kaum noch auf, nur wenn sich schnell alle wieder wegdrehen, wenn man mal aprupt in ne andere richtung guckt.
nun noch mal zu china in bezug auf kommunismus und so
es gibt viele soldaten hier und die architektur erinnert stark an russland mit unglaublich breiten alleen, die so weit und breit sind, dass man erstmal stutzt und so anderen russischen kleinigkeiten, auch gibt es ueberall immer so kleine ueberbleibsel aus alter zeit. zum besispiel haben wir gestern gesehn, diese alten sternfoermigen laternen, die es frueher gab, wo dann glaube ich nur die spitzen der sternstraenge leuchten (schwer zu beschreiben).
ansonsten waren wir gestern in nem supermarkt wo es von nutella ueber saemtlich obst zu nivea und herbal essences alles gab, auch die kleinen supermaerkte sind reichtlich bestueckt, coca cola und snickers standard. das internet funktuiniert auch super und die menschen sehen zwar aus wie aufm russenmarkt eingekleidet aber es gibt adidas, zara, burberry und alles stores, in riesigen department stores, auch gibt es an jeder ecke kfc und die sind auch knackevoll.
auf der strasse also keine spur von kommunismus, im gegenteil, man muss alles bezahlen, zwar wenig fuer uns auch immer auch so 60 cent fuer ne karte, die man sonst in der touri info so bekommen hat. wir waren auch auf der suche nach denen aber es gibt hier wohl gar keine tourismusinformationen, weil sich die chinesen nicht an das umsonst system gewoehnen konnten. meine theorie is dass alle alten touri infos jetzt bejing 2008 souvenier laeden sind, die sind naemlich komischerweise immer da wo die infos sein sollen.
ansonsten auch wenn sich vieles vielleicht boese anhoert gehts uns sehr gut, wir koenen jetzt auch wieder unbeschwert essen gehen, wie in korea, was in japan schwierig war, wo wir oft sushi (deluxe) aus dem supermarkt abend verkauf gegessen haben, was auch gut war aber was anderes als restaurant.
auch haben wir schon fleissig sights angefangen, mit dem toten mao im mausoleum (echt nich sicher ob echt), der verbotenen stadt, dem tianamen square und heute der mauer, wo wir drei stunden drauf rumgkraxelt sind immer hoch und runter, was felix begeistert und mich zur weissglut getrieben hat.
jetzt guckn wir uns erstma noch ein bisschen peking an und dann gehts weiter
liebe gruesse an alle
ich hoffe mittlerweile sind dann auch alle pakete angekommen (bei dem fuer die maedels weiss ich noch nicht genau)
und eigentlich wollt ich auch jedem nochmal ne mail schreiben, aber hier ist so wenig zeit und auch nciht immer internet, ich hoffe ich kanns mit den massenmails ein bisschen ausgleichen auch wenn die wenig persoenlich sind :)

Lissy
PS ich werd auch bald mal fotos hochladen

Mittwoch, 28. November 2007

Tag, Bratwürstchen. Nachdem ich erstmal gebraucht habe, um ein neues Passwort zu bekommen und um zu verstehen, wie man hier was schreibt, kann ich jetzt endlich die brandheißen News aus eurer Wahlheimat übermitteln, nach der ich euch sicher mit glühenden Herzen verzehrt :)
In der Mensa gibt es nun neue Tabletts. Die sind ein bisschen kleiner, aber – wie ich finde – schöner.
Da es noch keinen neuen Präsidenten gibt, macht der alte erstmal noch ein bisschen weiter.
Anne Will ist lesbisch.
Boris Becker und Lothar Mathäus haben wir eine neue.
Ich besuche auch nun eine Vorlesung an der FH, die es bei uns nicht gibt und die ich mir anrechnen lassen will. Im Prinzip hat sie aber eigentlich nur Berufsfeld-Charakter, und Fragen werden gestellt wie: „Ist der Zweck von Steuern nicht der, den Bürgern zu erlauben in Deutschland wohnen zu dürfen?“ „Nein“, könnte ein eingebildeter Uni-Student da denken, „die sind dafür da um solchen Trottelchen wie dir später einmal Transferleistungen zukommen zu lassen!“ Aber wer ist schon eingebildet…
Ich werde bald sterben, da ich mich vor gut einer Woche in die Notaufnahme eingewiesen und einen Blutdruck von 190 hatte. (Ich habe aber noch mal nachgefühlt: es war 3000. Die Ärztin hatte nur falsch gemessen.) Seitdem bete ich jeden Tag zu Gott und danke ihm, dass ich (noch) hier sein darf.
Meine 3 neuen Mitbewohner heißen Finn, Kim und Matthias. Der eine ist mindestens so sympathisch wie Tillmann. Die Kosmetikerin von unten drunter ist nun nicht mehr Kosmetikerin, sondern Mitarbeiterin im Musik Park (den man wirklich auch so schreibt) – fragt mich aber nicht, was sie dort macht. Und weil sie Montags und Dienstags nicht arbeiten muss, macht sie dann immer jede Nacht schön Party unter mir. Anders als der Bundeswehr-Soldat von oben drüber, der macht nämlich auch morgens Techno-Party. Kurzum: ich liebe meine Wohnung :)
Eurer Wiederankunft hier sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen: Wird Patrick dann nur noch Deutsch mit amerikanischem Akzent sprechen? Bringt Fabi mir wohl eine Flasche Wodka mit (bitte mehr!)? Jedenfalls sind das die bewegenden Momente aus Erfurt. Ich wünsche euch noch viel Bemerkenswertes, und freue mich wenn ihr wiederkommt. Sofern ich dann noch lebe!

Sonntag, 18. November 2007

futter für informationsmaschine


Hey Freunde,

jetzt wo ich durch bin mit meinem 5cm hohem Vokabelkartenstapel die ich fleißig in mich hinein getrichtert habe während andere Menschen Spaß haben, will ich mal wieder was zu unserem süßen Blog beitragen.
Jetzt wo auch nur noch ein Monat übrig is bis die ersten Cracks wieder home fahren um in Erfurt die letzten Klausuren mitzuschreiben oder sich illegal in Seminare reinzuschummeln, da denkt man schon auch mal ab und zu an die Heimat. Wie man unten auch feststellen kann wird der Weihnachtsmarkt auch schon aus dem Boden gestampft. Und auch wenn 4 Wochen Dauertouris nerven so werde ich doch meine anständige Portion Glühwein vermissen (auch wenn die nur bis zu einer unchristlich frühen Uhrzeit verfügbar ist). Denn in Korea gibt es nich so super Wein...Und son großes hübsches WG-Glas Rotwein (auch wenn nur noch drei da sind) is ab und zu mal nötig.
Weihnachtsmarkt, Weihnachten, vor dem Department Store hier stehen schon seit Anfang des Monat überdimensional große Nussknacker, wobei ich mir relativ sicher bin, dass 95% der Koreaner diese nur für lustige große ausländische Holzfiguren halten... dafür gibts echt gute Maroni hier...na ja

Ich hör schon den ganzen Vokabelmarathon Clueso, Heimatgefühl pur, der kleine süße (nen bisschen zu abgemagerte) Junge aus Erfurt.

Bei uns is jetzt auch echt kalt geworden, so mit Atem sehen und so weiter und wir sind schon fleißig am dicke Leggins kaufen, denn die Vorboten versprechen einen arktischen Winter.

Ich hoffe euch gehts gut und ich hör bald wieder von euch (vor allem will ich auch mal wieder von den Überfällen aus Russland und den Nurse-Parties aus England hören).
Gute Nacht

(Foto: ich über Seoul mit Blick Richtung Europa...)

Samstag, 20. Oktober 2007

Es schneit, es schneit! Moskau 14.10.2007

Nun auch endlich mein erster Eintrag beginnend mit der Sensationsmeldung des heutigen Tages. Ich bin hier vor sechs Wochen wohlbehalten angekommen, habe seitdem gelernt mich in der Stadt und der Uni einigermaßen zurechtzufinden; gemerkt, dass die russische Sprache noch mehr grammatikalische Tücken aufweist als vorher angenommen, die Straßen weiterhin uneben sind, so dass sich bei Regen große Seen bilden, die trockenes Fusses schwierig zu überqueren sind; es in Russland im September 20 Grad sein können; es inzwischen Busse gibt in welchen die Haltestellen angesagt werden; es, wie bei uns, fleißigere Vokabellerner gibt als mich und ....
ich nun die „Tradition“ fortsetze und mit der Beschreibung meiner Wohnsituation beginne: Auch ich bin hier im Studentenwohnheim untergekommen und wohne im 12.Stock in einem Zweierzimmer. Meine Mitbewohnerin stammt aus der Mongolei und eigentlich kommen wir gut miteinander aus. Sie hat einen Kühlschrank und einen Fernseher zum WG-Leben beigesteuert, wobei ich ihr bisher nur für ersteres sehr dankbar bin. Zweiteres nämlich nutzt sie ausgiebig um das russische Big Brother oder „Russland sucht den Superstar“ zu gucken und das kann auf die Dauer anstrengend sein. Außerdem liebt sie es nachts Filme zu schauen. Bis letzte Woche Montag um ein Uhr nachts ist sie davon ausgegangen, dass mich das nicht stört, zumindest dann nicht wenn ich schon eingeschlafen bin, leider bin ich aber davon aufgewacht und habe sie ziemlich wutentbrannt vom Gegenteil überzeugt. Seitdem benutzt sie Kopfhörer! Aber wie schon erwähnt, bis auf diese ersten Unstimmigkeiten arrangieren wir uns gut und unternehmen auch mal was zusammen. Es ist halt allgemein sehr ungewohnt mit jemandem so eng zusammenzuleben und quasi keinen privaten Raum zu besitzen in den ich mich zurückziehen kann. Generell ist das Wohnheim gut ausgestattet, auf meinem Flur gibt es eine Küche und einen kleinen Balkon, der den Anforderungen der Raucher – zumindest in den wärmeren Jahreszeiten - genügt und von welchem man einen beeindruckenden Blick auf die umliegenden Hochhäuser hat. Was eindeutig fehlt ist eine Waschmaschine, bisher muss ich alles von Hand waschen, denn weder befindet sich ein gut erreichbarer Waschsalon in der Nähe, noch lässt es meine finanzielle Lage zu meine Sachen von einer älteren Frau für 7-10 Euro! pro Maschine waschen zu lassen.
Ein eindeutiges & großes Plus kommt dem Wohnheim aber noch zugute: es liegt drei Gehminuten von der Uni entfernt! So muss ich mich nicht jeden Morgen und Abend eine Stunde in überfüllte Verkehrsmittel zwängen, wie manch andere Stundenten hier. Die Uni selbst und ihre Studenten sind interessant. Es gibt ein großes Gebäude, mit unzähligen Treppenaufgängen und kleinen Klassenzimmern, mich darin zurechtzufinden hat mich schon einige Nerven gekostet inzwischen gelingt es aber! Und ja, die Stundenten entsprechen äußerlich den Elitevorstellungen der Russen. Alle schick angezogen, 5-cm-Absatzschuhe machen ein Mädchen hier noch lange nicht zum Star, dünn sollte man sein, alle möglichen Designerklamotten oder Fake-Designerklamotten besitzen und einen Chauffeur haben, der den ganzen lieben langen Tag vor der Uni auf einen wartet. Das ist alles sehr gewöhnungsbedürftig und eigentlich auch nicht erstrebenswert für mich. Es gibt natürlich auch eine Minderheit, die ihr Äußeres anders/normal herrichtet, doch die muss man im allgemeinen Bild eher suchen. Wichtiger ist aber für mich auch eigentlich der Russischunterricht, der zumindest aus der zeitlichen Perspektive herausbetrachtet sehr intensiv ist, ich nehme an zwei Kursen teil und habe so von Montag bis einschließlich !! Samstag jeden Tag mindestens drei Stunden Unterricht. Ein Kurs ist sehr einfach und langweilig, da die Lehrerin zwar sehr nett ist, aber die pädagogische Methode des fortwährenden Wiederholens zu ihrer Prämisse gemacht hat. In dem anderen Kurs hingegen komme ich kaum mit, weil er so schwer ist, doch nicht-perfektzugeschnittener Sprachuntterricht ist besser als gar keiner und im Prinzip ist es schon ok! Nur mit dem Nacharbeiten komme ich nicht immer hinterher ;), das sollte man noch ändern!
Von den Leuten hier mache ich am Meisten mit den anderen Austauschstudenten, nicht wirklich vorteilhaft für meine Russischkenntnisse oder zumindest Aussprache, denn reden tun wir untereinander schon alle auf Russisch, doch halt jeder mit seinem eigenen Akzent. Ein paar andere Leute habe ich auch ausserhalb der Uni kennengelernt und ab der nächsten Woche bieten eine andere Deutsche und ich wöchentlich eine „deutsche Konversationsstunde“ im Deutsch-Russischen-Haus an...mal sehen.
Und zur Stadt: die ist echt cool. Bevor ich hergekommen bin hatte ich wegen der Größe ja so meine Bedenken, aber im Moment sehe ich nur die positiven Seiten☺. Man kann ewig viele Dinge machen, Museen und Ausstellungen besuchen, es gibt recht viele Parks, immer gute Konzerte und wenn man sich informiert sogar umsonst und ansonsten kann man auch einfach stundenlang spazieren gehen. Die Dinge die dagegen sprechen sind manchmal nur die Finanzen (es ist teuer hier) und die Überwindung sich nach dem Unterricht noch auf den Weg in die Stadt zu machen. Dorthin braucht man nämlich schon mindestens eine halbe Stunde, muss erst 15 min zur Metro laufen oder je nach Verkehrslage 5 bis 20 Minuten mit dem Bus fahren und dann noch mal mindestens eine Viertel- bis Halbestunde mit der Metro. Doch im Prinzip ist das schon völlig ok, unser Viertel scheint nämlich relativ ungefährlich zu sein, nachts laufe ich hier auch nicht alleine rum aber die Gefahren lauern soweit ich das einschätzen kann zumindest nicht hinter jeder Ecke.
zum Schluss vielleicht noch eine ungewohnte Regelung auf die ich in den letzten Wochen stoßen konnte:
Umziehen in der Sportumkleide: du kommst an und die Tür ist verschlossen, also gehst du vor zur “Anmeldung“ und sagst, dass du dich gerne umziehen möchtest und fragst ob man dir die Tür aufschließen könnte, die Frau geht mit dir zur Umkleidekabine und schließt auf. Die erste Hürde ist genommen, du kannst dich umziehen. In der Umkleidekabine stellst du mit Freude fest, dass es sogar Schränke gibt, auf den zweiten Blick fällt dir aber ins Auge, dass es dazu keine Schlüssel gibt! So denkst du als guterzogener Europäer beim ersten Mal „nein, in einem so großen Maße werde ich mein Glück bestimmt nicht herausfordern und hier unverschlossen meine Sachen deponieren“. Doch es ist anders, nach dem Umkleiden nämlich gehst du abermals vor zur Anmeldung, erzählst der Frau, dass du nun fertig mit dem Umziehen bist und sie die Tür wieder abschließen kann. Gemeinsam geht ihr zur Umkleidekabine und sie schließt nicht nur die Umkleidetür wieder zu sondern du zeigst ihr ebenfalls welchen Schrank du für deine Sachen ausgewählt hast und auch den schließt sie ab! Das Schrankgeheimnis ist damit gelüftet, du kannst dich der sportlichen Betätigung hingeben (bei mir ist das „Modern Dance“, wobei ich mir da noch vorkomme wie ein kleiner Elefant unter den Elfen, doch ich gebe nicht auf!). Nach dem Unterricht geht die Schrank- und Tür-Aufschließ-Prozedure dann von vorne los....das Bücher-Ausleihsystem weist ähnliche unbekannte „Organisationsmethoden“ auf.
Das soll es fürs erste von mir gewesen sein, ich hoffe es geht euch allen gut und es ist interessant und schön von euch lesen zu können! macht es gut, liebe Grüße!
Romy
das mit dem Abschicken hat etwas gedauert, inzwischen liegt kein Schnee mehr.

Dienstag, 9. Oktober 2007

AKARAKA!


AKARAKACHING AKARAKA-CHO akaraka ching ching cho cho cho lalala sisbumba Yonsei sunsu lapula hey YONSEI yah! Man merkt ich bin noch hart im cheering Fieber und das auch nicht ohne Grund, denn diese Wochenende war hier das jährliche 연고전 (Yon Go Jeon) Festival), bei dem die Yonsei University gegen die Korea University in den Sportarten Baseball, Basketball, Eishockey, Rugby und Fussball antritt. Akaraka ist dabei der Schlachtruf der Yonsei University. Was das genau heissen kann konnte mir noch keiner erklären, aber es hört sich schon cool an wenn das so 30.000 Menschen gleichzeitig schreien. Wenn man jetzt so an Universitätssportfeste in Deutschland denkt kann man da schnell einen sehr falschen Eindruck bekommen. Hier war das ein riesen Event was die Uni schon einige Wochen vorher in Atem gehalten hat. Überall wurden blaue (die Yonsei Farbe) T-Shirts, Schals und andere Fanartikel verkauft. Und bei den Fanartikeln sind die Koreaner hier sehr einfallsreich. Man kann nahezu alles von der Yonsei University kaufen dass reicht vom Schreibpapier bis zum Siegelring und es gibt sogar eigene Yonsei MILCH, gerüchteweise soll es auch eine Milchfabrik hier auf dem Campus geben aber die hab ich noch nicht gesehen. Naja jedenfalls wurden unter der Woche schon Cheering Proben gehalten und auch einige koreanische Stars so wurde uns gesagt hätten sich für das Festival angesagt. Das ganze fand ddann auch passend dazu im Olympiastadion von Seoul statt, bzw. Baseball, Hockey und Basketball in den olympischen Hallen daneben. Durch diese Aufmachung war ich ja schon auf einiges gefasst, aber was dann bei den Wettkämpfen abging, überstieg das bei weitem. Es war einfach unglaublich.

Freitag war der erste Tag vom Yon Go Jeon und es stand Baseball auf dem Programm. Wir internationalen Studenten sind mit dem Mentorsclub der sich hier um uns kümmert zum Stadion gefahren und schon in Sinchon sind einem überall Studenten begegnet die völlig in blau gekleidet auf dem Weg zum Stadion waren. Auch Sinchon selbst war eingehüllt in Yonsei-Blau, überall waren Banner und Plakate aufgehängt worden. In der U-Bahn hatte man das Gefühl man fährt zu einem Fussballspiel in Deutschland un der Eindruck wurde am Stadion noch verstärkt. Überall Menschen in Blau oder Rot (die Farbe der Korean University) die ins Baseballstadion strömten. Die Stimmung im Stadion unterschied sich dann allerdings dann doch um einiges von der in deutschen Fussballstadien. Klar ist da auch gute Stimmung (solange man sich nicht gerade in der Allianz-Arena befindet) aber das dort war einfach das derbste was ich je gesehen hab. Die ganzen Koreaner haben sind total abgegabgen in ihren vorher einstudierten cheering moves. Das Cheering muss man sich dabei so vorstellen, dass heftig laute Musik gespielt wird und vor den Stadiontribünen auf einer anderen Tribüne die Studenten vom Akaraka-Club die Moves vortanzen die dann die ganze Menge mitmacht. Zuerst dachte ich das ist jetzt das Vorprogramm zum Spiel, aber dann wurde schnell klar, das das die ganze zeit so weiter gehen wird. Vom Beginn des Spiels hat so gut wie niemand Notiz genommen die Musik lief weiter und die Leute haben weiter gecheert. Zwar hat uns das erst ein bischen verwundert aber dann hat die Euphorie im Stadion einen doch angesteckt und wir haben das ganze Baseballspiel mit Cheering verbracht, was nur cool war. Bei den Songs konnte ich mir manchmal jedoch ein Schmunzeln nicht verkneifen. So basierte der eine Song auf der Melodie von "let it be" und ein anderer auf dem Ghost-Busters Theme. Das Cheering war aber wirklich gut, es gab die coolsten moves da. Verbeugung nach vorne, Verbeugung nach hinten zwei Schritte nach links, zwei nach rechts und dann ausgelassenes Gruppenrumspringen, nur cool das ganze. Aber mein Favourite Cheer ist immer noch "Sara te Yonsei" was so viel wie " Ich liebe dich Yonsei University" heisst.

In der Mitte vom Baseball sind wir dann zum Basketball weitergezogen und da bot sich das selbe Bild nur war alles noch intensiver, weil es ja in der Halle stattgefunden hatte. Allerdings beschlich einen hier auch das erste Mal ein zwiegespaltenes Gefühl, weil sich wirklich fast niemand für das was auf dem Spielfeld abläuft zu interessieren schien. Das BAsketballspiel haben wir nämlich haushoch verloren, aber das Cheering war fast noch besser als beim Baseball. Aber man muss auch sagen, dass die Spiele insgesamt nicht wirklich gut waren, besonders beim Fussball, haben sich da bei mir manchmal die Haare gesträubt. Naja aber es ging ja halt auch eher ums cheering und um das Gemeinschaftsgefühl und die Euphorie die da dabei erzeugt wird. Naja jedenfalls haben wir nach dem Basketballspiel erfahren, dass wir auch das Baseball verloren haben und das der Gesamtsieg dadurch mehr as gefährdet war. Danach sind wir dann noch mit dem Mentorsclub in ein Restaurant in dem Viertel neben dem Stadion gegangen und haben da erstmals intensivere Begegnungen mit den Studenten der Korea University gemacht. Aber es war voll nichts von Feindschaft zu spüren, stattdessen wurde auf der Strasse ein spontaner Cheering Contest veranstaltet, in dem wir norm mit reingezogen worden sind. Aber auch das war eher Freundschaftlich die Kote (Abkürzung hier für Korean University) Studenten haben unsere Songs mitgesungen und es ging eher darum zu beweisen wer lauter ist. Die Kote-Studenten hatte zum Teil auch so coole Tiger-(deren Wappentier) Kostüme an, da waren die uns ein bischen voraus. Ich hab die Adler-Maskottchen auf unserer Seite nicht finden können. Aber der freundschaftliche Umgang war echt schon beeindruckend. Danach gings dann mit der Subway zurück nach Sinchon, was auch schon vollständig Blau und Rot war. Nach einem ungeplant längeren Bar Aufenthalt ging es dann schnell zurück ins I-House denn es stand ja noch der zweite Tag des Yon Go Jeon an, der den ersten noch mal um einiges toppen sollte.

Den ausschweifenden nächtlichen Aktivitäten begann der zweite Tag für mich erst mit der zweiten Halbzeit des Rugbys. Lissy fühlte sich leider fiebrig und konnte erst gar nicht mit ins Stadion fahren. Diesmal ging es dann ins Olympiastadion, was zwar nicht voll aber doch zu gut 3/4 mit Menschen besetzt war. Da unser Outfit am Tag davor noch ein wenig dürftig war versorgten wir uns vor dem Stadion noch mal mit Facepaintings, Henna-Tatoos, und Tüchern in den Yonsei Farben und begaben uns zum großen Finale ins Stadion. Die Stimmung war noch ausgelassener als am Tag davor und es waren auch noch mehr Menschen da. Die beiden Unis haben jeweils 70.000 Studenten und es waren wirkliche von denen da. Das Rugby haben wir ebenfalls verloren und das Hockeyspiel wurde gecancellt weil die Korean University uns beschuldigte die SChiedsrichter bestochen zu haben und dann nicht antrat (derbe dämliche aktion). Damit war klar das wir diesjahr verlieren werden und es blieb nur noch das Fussball um wenigstens einen Sieg zu holen. Aber so wirklich interessierte das keinen mehr. So gab es auch keine Verlängerung des Spiels obwohl es am Ende 0-0 stand. Zum Ende des Spiels wurde noch ein derbes Feuerwerk abgebrannt und alle sind aufs Spielfeld gestürmt wo dann noch mal alle Cheers performt wurden.

Danach ging es dann zurück nach Sinchon wo uns der nächste Höhepunkt des Festivals erwarten sollte. Es ist nämlich Tradition hier, dass die Studenten in Sinchon umsonst Essen und Trinken bekommen wenn sie vor den Restaurants Cheers vorführen. Damit bedanken sich die Restaurants und Bars bei den Studenten, da sie von diesen ja auch im wesentlichen leben. Eine heftig coole Geste wie ich finde. Auf jedenfall toppte das was folgte das ganze vorangegangen noch einmal. Da diesmal die Yonsei University Ausrichter des Festivals war kamen alles Yonsei und Koran University Studenten gemeinsam nach Sinchon, wo das Food begging stattfand. Wir sind wieder mit dem Mentorsclub zurück gefahren die uns dann erzählt haben wie das funktioniert. Und zwar bilden Gruppen von so ungefähr 20 Personen einen "Train" in dem sie sich an den Schultern fassen und so nach Sinchon ziehen. Das Viertel war so voll gepackt mit Studenten wie noch nie zu vor hier. Mit dem Train haben wir dann an Restaurants gestoppt und cheering moves performt. Wenn die besitzer mit uns zufrieden waren haben wir dann Essen oder Bier oder andere Getränke umsonst bekommen. Das coole war, das wirklich alle Geschäfte mitgezogen haben auch große Ketten wie Basket and Robins Icecream haben Sachen umsonst rausgegeben. Die Stimmung war bombastisch und wir haben das ganze bestimmt 3 Stunden durchgezogen. Manchmal mussten wir auch 3 oder 4 Cheers performen bevor wir was bekommen haben aber da man inzwischen die cheers besser konnte, war das nur cool. Vor allem die Begegnungen mit anderen Trains waren einmalig, wenn man in diesen plötzlich bekannte Gesichte wieder entdeckt hatte.

So gegen Mitternacht war das ganze dann vorbei und wir sind wieder zurück zum Campus gezogen. wo die Afterparty stattgefunden hat. Das war echt ein schönes Bild wie sich die ganzen Studenten auf den Wiesen in Gruppen niedergelassen haben. Überall war ausgelassene Stimmung und immer wieder gab es spontane Cheer-Battles mit den Studenten der Kote. Und es gab FREIBIER auf dem Campus, ich konnte meinen Augen kaum trauen. Und das lustige war es gab keine Schlangen davor. Bei 50.000 feiernden Studenten Freibier und keine Schlange sehr seltsam....Aber umso cooler für uns wir haben uns einfach direkt neben dem Stand niedergelassen und die Gelegenheit genutzt...Im Laufe des Abends wurde auch ein bischen klar, warum es keine Schlangen vor den Zapfanlagen gab. Erst mal gab es davon bestimmt über 8 Stück und dann konnte man sich dort auch zwei Liter Flaschen auffüllen lassen, nur cool. Jedenfalls haben wir dann noch bis fünf auf dem Campus die Nacht zum Tage gemacht, bevor ich mit Jason noch mal nach Sinchon reingezogen bin. Aber da war so gut wie alles schon zu und dann sind wir nur noch mal was essen und dann zum Campus zurück, bevor ich schließlich im hellen so gegen 6:30 wieder zu Hause angekommen bin. Insgesamt war das eine der derbsten Erfahrungen meiner Uni-Laufbahn und man muss schon sagen, dass es an sowas ein bischen fehlt in Deutschland. Auf jedenfall hab ich die Yonsei wirklich ins Herz geschlossen oder mit den Worten eines Plakates in Sinchon "Yonsei to me you are perfect"

Krass das war jetzt ein heftig langer Eintrag und ich hab immer noch das Gefühl, dass ich das was ich erlebt hab schwer in Worte fassen kann. Deshalb unbedingt die Bilder angucken und ein cooles youtubevideo hab ich gefunden http://www.youtube.com/watch?v=MJURp63DtUE, aber ich such noch mal nach nen paar aus der Aktion aus Sinchon.

das Leben in Seoul

Jetzt wo alle so fleißig ihre Wohnsituation dargestellt haben und ich heftig gelacht und gestaunt habe, will ich auch mal loswerden was bei uns so abgeht. Aber zunächst: 1. alles Gute nachträglich Laura! 2. Fotos, ich will Fotos von den nurses!! 3. @Fabi:ich hab wirklich keine Ahnung was dein zweiter koreanischer Satz heißen soll. Das liegt vielleicht daran, dass wir im Unterricht voll die falsche Sprache lernen. Denn krasser als in jeder anderen Sprache die ich kenne haben die Koreaner ihre Sprache untergliedert in formal und informal. Es gibt also so Formen, die man nur unter Freunden, guten Freunden, Bekannten, Fremden, Verwandten und Hoheiten benutzt. Ich hab langsam das Gefühl die Form die wir lernen is so formell, dass jeder Taxifahrer sich in seinen Sitz pullern würde, wenn ich mit ihm spreche. Denn selbst die Form zwei unter unserer is immer noch angemessen genug um so mit der Lehrerin zu reden. Ab Mitte Oktober lernen wir dann erst die normalere Form, die natürlich auch um einiges einfacher ist. Aber falls ich mal den Präsidenten oder besser seine Mutter treffen sollte, bin ich gewappnet! (Koreaner sind irgendwie alles andere als ergebnis- oder praxisorientiert.) Aber gut..

Zu unserem Wohnheim: Nachdem sich die schillernden Bilder im Internet innerhalb kurzer Zeit als Illusion entpuppt haben und wir in die Realität eines 12 m2 Zimmers (zu zweit) geführt wurden waren wir alles glaub ich mehr als geschockt. Jungs und Mädels sind getrennt aber dennoch im selben Haus. Es ranken sich immer neue Gerüchte um die Beschaffenheit dieser Trennung und bis in die dritte Woche haben manche immer noch nicht das Prinzip verstanden gehabt und nach versteckten Flügeln gesucht. Die zweite (Erdgeschoss is hier 1) und dritte Etage is Mädchen die 4te is geteilt und die 5te Jungs. Gestern hat mich nen Junge gefragt ob wir Pissbecken haben (urinals) und ich hab erst verstanden ob wir Zeitungen (journals) aufm Klo haben, aber wir haben keins von beiden. Wie wir schon erzählt haben haben wir keine Küche, was nach dem Erscheinungsbild der Mikrowelle auch besser so ist. Dafür haben wir mehr Duschen als Toiletten, was duschen einfacher macht als alles andere. Außerdem gibt es überall kleine englische Schilder die für Asiaten unsichtbar zu sein scheinen. Zum Beispiel das berühmte keine Nudelüberreste in die Abflüsse schütten -Schild. Was anscheinend wirlich schwer zu befolgen zu sein scheint. Dadurch sind immer mindestens zwei der fünf Abflüsse nicht zu gebrauchen. Da es auf meinem Flur fast nur Asiaten gibt, danke Gott, dass ich nicht im Amiflur bin, gibt es halt auch viele Nudelreste. Ich hatte erst gedacht es liegt daran, dass das Schild nur über einem Abfluss hängt und sich dann alle denken: Na gut dann nehm ich halt den anderen. Aber ne Freundin hat mir erzählt, dass meine Mitbewohnerin ihre Reste genüßlich in diesen Abfluss geschüttet hat, quasi mit dem Tu-nicht-was-du-gerade-tust-Schild vor ihrer Nase. Noch eine kurze Geschichte: Da ich die letzten Tage erkältet war hab ich Harry Potter 5 angefangen und 500 Seiten können wie im Flug vergehn auch wenn sie auf englisch sind. Als ich gestern um halb zehn nach dem Abendessen wieder in mein Zimmer kam hat meine Mitbewohnerin schon geschlafen, ziemlich früh. Hab dann all mein Kram gepackt um nicht zu stören und bin in die Lounge. Damit jemand schlafen kann. Dann bin ich so um eins wieder zurück ins Zimmer und Bett. Ganze Prozedur leise möglichst wenig Lärm und Licht. Ne halbe Stunde später dann ich kurz vorm einschlafen. Regt sich was, knistern, das Licht geht an. Ich denk, vielleicht sucht sie was wichtiges, was man mitten in der Nacht um halb zwei braucht. Dann geht sie raus kommt wieder , macht das Licht aus und legt sich wieder hin. Ich frag mich bis jetzt, wofür das Licht?? Ist es für Chinesen einfacher kleine Lichtschalter auf Tischlampen zu finden als große quasi beleuchtet Türen??Ich hab überlegt das nächste Mal wenn sie so früh schläft komm ich um 10 mach das Licht an, geh dann und mach dann um halb eins, wenn ich komme das Licht wieder aus. Vielleicht fühlt sie sich dann mehr zuhause. Aber ich kann hier bezeugen, da mit dem sozialen Verständnis da fehlt noch was bei meiner Mitbewohnerin. Wobei andere hier Mitbewohner haben, die als erstes nach Betreten des Zimmers erstmal immer ihre Hose ausziehen, was echt ne eigenartige Angewohnheit ist. Nach meiner Erfahrung kann ich sagen: von den Chinesen geht keine Gefahr aus, denn sie gucken den ganzen Tag nur Mode-Seiten oder stupide Shows und Dramas im Internet an, wenn sie sich nicht kleine winkende Hunde über Messanger zuschicken. Keine Gefahr für die Menschheit, höchstens gesteigerte Naivität. Antwort meiner Chinesin auf die Marketingfrage nach Langzeitbeziehnungen zum Konsumenten: "Freundschaft". Das is dann wohl was man im Marketing Major in Hongkong lernt.